10.09.2026

Fünf Kräfte der digitalen Transformation: Was die digitale Arbeitswelt der kommenden Jahre prägt

Seit es Computer gibt, entwickelt sich die Informationstechnologie laufend weiter. In den vergangenen Jahren hat diese Entwicklung jedoch deutlich an Tempo und Reichweite gewonnen. Technologien, die lange vor allem Forschungs- und Zukunftsthemen waren, sind im Arbeitsalltag angekommen oder werden bereits konkret vorbereitet.

Generative KI ist dafür das sichtbarste Beispiel: Im Future of Jobs Report 2025 des Weltwirtschafts-Forums erwarten 86 Prozent der befragten Arbeitgeber, dass KI und Technologien zur Informationsverarbeitung ihr Unternehmen bis 2030 verändern werden. Gleichzeitig beschäftigt sich die IT bereits mit der nächsten technologischen Herausforderung: NIST und die Europäische Union treiben die Umstellung auf Post-Quantum-Kryptografie voran, um heutige Systeme auf die künftigen Möglichkeiten von Quantencomputern vorzubereiten.

Die Veränderung betrifft damit nicht nur einzelne Anwendungen. Arbeitsweisen, Sicherheitskonzepte und technische Grundlagen entwickeln sich gleichzeitig weiter. Für die digitale Zusammenarbeit sind deshalb aus unserer Sicht fünf Kräfte besonders prägend: Künstliche Intelligenz, Regulatorik, API-Economy, digitale Souveränität und Zero Trust.

Für Unternehmen bedeutet das: Ihre digitale Infrastruktur muss aktuelle Anforderungen erfüllen und gleichzeitig so aufgebaut sein, dass sie sich weiterentwickeln lässt.

1. Künstliche Intelligenz: Automatisierung wird Teil der täglichen Arbeit

KI ist in vielen Arbeitsabläufen angekommen. Dokumente lassen sich automatisiert zusammenfassen, übersetzen, prüfen oder klassifizieren. Mit neuen Möglichkeiten entstehen aber zugleich neue Anforderungen: Es muss klar geregelt werden, auf welche Daten KI-Systeme zugreifen dürfen und wie sensible Informationen verarbeitet werden.

Denn die Sicherheitslage verändert sich durch KI weiter. Das britische National Cyber Security Centre geht davon aus, dass KI bestehende Angriffsmethoden bis 2027 weiter beschleunigen und skalieren wird. Dazu gehören unter anderem die Suche nach Schwachstellen, Social Engineering und die Entwicklung von Exploits. Gleichzeitig kann KI jedoch auch die Cyberabwehr unterstützen, beispielsweise durch die schnellere Erkennung und automatisierte Bekämpfung von Bedrohungen.

2. Regulatorik: Anforderungen werden dichter und dynamischer

Mit NIS2, DORA, dem Cyber Resilience Act, dem AI Act und weiteren Vorgaben wächst der regulatorische Rahmen für digitale Systeme. Risikomanagement, Resilienz, Nachweisbarkeit und der Umgang mit Dienstleistern erhalten mehr Gewicht, wobei insbesondere die EU und auch Deutschland diesen Gesetzesrahmen laufend weiterentwickeln.

Die Regulatorik beschreibt hier die Gesamtheit gesetzlicher, aufsichtsrechtlicher und branchenspezifischer Anforderungen. Regulierung bezeichnet den Prozess, durch den solche Vorgaben geschaffen und verändert werden. 

Im Alltag der meisten Unternehmen ist entscheidend, dass sich neue Anforderungen möglichst innerhalb ihrer bestehenden IT-Strukturen umsetzen lassen. Digitale Lösungen sollten Veränderungen unterstützen, statt bei jeder neuen Vorgabe einen grundlegenden Systemwechsel erforderlich zu machen.

3. API-Economy: Digitale Zusammenarbeit wird vernetzter

Anwendungen arbeiten heute kaum noch als abgeschlossene Insellösungen. Daten und Prozesse bewegen sich laufend zwischen Fachanwendungen, Cloud-Diensten, Plattformen und automatisierten Workflows. APIs verbinden diese Systeme miteinander, vermeiden Datensilos und ermöglichen durchgängige Arbeitsabläufe.

Auch die digitale Zusammenarbeit, zum Beispiel in einem virtuellen Datenraum, muss sich in diese Infrastruktur einfügen. Neben dem Funktionsumfang einer Anwendung selbst zählt deshalb, wie sicher und kontrolliert sie sich mit bestehenden Prozessen und Systemen verbinden lässt.

4. Digitale Souveränität: Kontrolle wird zum Auswahlkriterium

Wo werden unsere Daten gespeichert? Welchem Rechtsraum unterliegt ein Anbieter? Welche Abhängigkeiten entstehen durch eine Plattform oder Infrastruktur? Solche Fragen spielen bei IT-Entscheidungen eine immer größere Rolle. Auch die Europäische Kommission rückt technologische Souveränität inzwischen ausdrücklich in den Mittelpunkt ihrer Digitalstrategie und verbindet sie mit der Kontrolle über zentrale Technologien, Daten und Infrastruktur sowie der Verringerung strategischer Abhängigkeiten.

Digitale Souveränität bedeutet für Unternehmen, wesentliche Entscheidungen über ihre Daten und ihre technische Infrastruktur selbst treffen zu können. Dazu gehören transparente Datenflüsse, nachvollziehbare Verantwortlichkeiten und realistische Möglichkeiten, Abhängigkeiten zu begrenzen – etwa durch Migrationsstrategien und kontrollierbare Datenspeicherung.

5. Zero Trust: Vertrauen wird überprüfbar

Zero Trust geht davon aus, dass einem Benutzer oder System nicht allein aufgrund seines Standorts oder seiner Zugehörigkeit – zum Beispiel zu einer „vertrauenswürdigen“ Firma – vertraut werden sollte. NIST beschreibt das Konzept entsprechend als Abkehr vom Schutz statischer Netzwerkgrenzen hin zum Schutz einzelner Nutzer, Systeme und Ressourcen.

Identitäten, Berechtigungen und Zugriffe werden deshalb gezielt geprüft und auf den jeweiligen Anwendungsfall begrenzt. Für die Zusammenarbeit mit externen Partnern, Beratern, Kunden oder Transaktionsteilnehmern ist das besonders relevant. Je verteilter die Zusammenarbeit ist, desto wichtiger werden granulare Rechte, sichere Authentifizierung und nachvollziehbare Aktivitäten.

Was diese fünf Kräfte verbindet

KI beschleunigt die Verarbeitung von Informationen und verändert die Sicherheitslage. Neue Regulatorik erhöht die Anforderungen an Unternehmen und ihre IT. APIs verbinden immer mehr Anwendungen und Prozesse. Digitale Souveränität macht die Kontrolle über Daten und technische Abhängigkeiten zu einem wichtigen Auswahlkriterium. Zero Trust trägt der Tatsache Rechnung, dass Zusammenarbeit längst nicht mehr innerhalb klar abgegrenzter Unternehmensnetze stattfindet.

Damit wächst auch die Rolle des virtuellen Datenraums. Sensible Informationen müssen heute nicht nur sicher gespeichert und geteilt werden. Sie werden gemeinsam bearbeitet, in unterschiedliche Prozesse eingebunden und von wechselnden internen und externen Beteiligten genutzt. Ein moderner Datenraum stellt dafür einen geschützten digitalen Arbeitsbereich bereit, in dem Unternehmen Daten, Zugriffe und Zusammenarbeit kontrollieren können.

Auf diese Anforderungen richten wir auch die Weiterentwicklung von netfiles aus. Wir erneuern unsere technologische Basis, bauen bestehende Funktionen aus und schaffen die Voraussetzungen, neue Anforderungen schneller aufzugreifen. Welche Technologien und Vorgaben in einigen Jahren den Arbeitsalltag bestimmen werden, lässt sich nicht in jedem Detail vorhersagen. Die technische Grundlage kann man aber schon heute darauf vorbereiten.

Sicher zusammenarbeiten – heute und in Zukunft

Welche Anforderungen stellen Sie an die sichere digitale Zusammenarbeit in Ihrem Unternehmen? Sprechen Sie mit uns über Ihre Prozesse und Herausforderungen und machen Sie netfiles zu Ihrem Partner für digitale Zusammenarbeit. Oder testen Sie netfiles Data Room gleich selbst – 14 Tage, kostenlos und unverbindlich.

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